Grünbelag entsteht dort, wo eine Oberfläche länger feucht bleibt als sie trocknen kann. Das ist der Grund, warum er fast immer an denselben Stellen auftritt: Nordseite, Sockelbereich, unter der Traufe, hinter Sträuchern. Dieser Ratgeber ordnet Ursachen, Methoden und Vorbeugung ein.
Was Grünbelag überhaupt ist
Umgangssprachlich fasst der Begriff drei verschiedene Organismen zusammen: Algen bilden den dünnen, grünlichen Film. Moose bilden Polster mit Höhe. Flechten sitzen fest, oft grau oder gelblich, und lassen sich am schwersten lösen.
Für die Praxis ist die Unterscheidung relevant, weil sie den Aufwand bestimmt: Ein Algenfilm geht mit niedrigem Druck ab, ein Flechtenbewuchs braucht Vorbehandlung und Einwirkzeit.
Warum er immer an denselben Stellen wächst
Bewuchs ist kein Zufall, sondern ein Hinweis auf die Feuchtigkeitsverhältnisse am Gebäude. Wo Sie ihn finden, sagt Ihnen etwas über bauliche Ursachen.
- Nord- und Ostseiten: wenig Sonne, langsame Abtrocknung
- Sockelbereich: Spritzwasser vom Boden und aufsteigende Feuchtigkeit
- unter defekten Rinnen und Fallrohren: dauerhafter Wassereintrag
- hinter dichter Bepflanzung: keine Luftzirkulation, hohe Luftfeuchte
- auf gedämmten Fassaden: Die Oberfläche kühlt nachts stärker aus, es bildet sich mehr Tauwasser
Welche Methode zu welchem Untergrund passt
Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach dem Material, nicht nach dem Bewuchs. Was auf Klinker unproblematisch ist, kann auf einer Dämmputzfassade Schaden anrichten.
Bei Putz- und Dämmfassaden ist Hochdruck kritisch: Der Strahl kann die Oberschicht öffnen, sodass die Fassade danach mehr Wasser aufnimmt als vorher. Naturstein und historische Oberflächen brauchen ohnehin eine Probefläche, bevor die Gesamtfläche bearbeitet wird.
Sinnvoll ist deshalb in den meisten Fällen: anlösen, einwirken lassen, mit niedrigem Druck abspülen – statt den Bewuchs mit Kraft von der Oberfläche zu schlagen.
Der Hinweis zu Bioziden
Viele frei verkäufliche Grünbelagentferner enthalten Biozide. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass diese Mittel Mensch und Umwelt belasten können und ihre Wirkung zeitlich begrenzt ist – abgewaschene Wirkstoffe gelangen über die Fassade ins Erdreich und in die Regenwasserableitung.
Für die Praxis heißt das nicht, dass Reinigungsmittel grundsätzlich falsch sind. Es heißt, dass ihre Auswahl begründet und die Menge auf das notwendige Maß beschränkt sein sollte – und dass ein Anbieter erklären können muss, warum er ein bestimmtes Mittel einsetzt.
Wie Sie den Neubewuchs verzögern
Reinigung entfernt den Bewuchs, nicht die Ursache. Wer den Abstand bis zur nächsten Reinigung verlängern will, sollte die Feuchtigkeitsquelle angehen: Bepflanzung zurückschneiden, damit Luft an die Fassade kommt. Defekte Rinnen und Fallrohre instand setzen. Sockelspritzwasser durch einen Kiesstreifen reduzieren.
Erst danach lohnt eine Schutzbeschichtung. Auf einer Fassade, die dauerhaft von einem undichten Fallrohr befeuchtet wird, hält keine Beschichtung lange.
Grünbelag fachgerecht entfernen lassen
Wir prüfen Untergrund, Bewuchsart und Ursache und stimmen Verfahren, Druck und Mitteleinsatz darauf ab.
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